Zitate zur Wehrpflicht
Eine Sammlung von Zitaten
zum Thema Wehrpflicht


Zum Anfang, das unvermeidliche Heuss Zitat (mit mehr als nur dem einen Satz):
"Ich glaube, für meine Meinung, daß dieser Absatz gestrichen werden muß, spricht so etwas wie ein historisches Stilgefühl. Wir sind nämlich jetzt dabei, ein Werk der Demokratie zu schaffen. Die allgemeine Wehrpflicht ist das legitime Kind der Demokratie, seine Wiege stand in Frankreich. Mir scheint es unmöglich zu sein, daß wir in diesem Augenblick, in welchem wir eine neue Fundamentierung des Staates vornehmen wollen - auch wenn ich mir durchaus darüber klar bin, daß wir kein Militär mehr im alten Sinne bekommen werden; ich will das auch nicht -, daß wir in dieser Situation nun mit einer solchen Deklaration kommen. Sie ist dann eine berechtigte Angelegenheit, wenn man sich entschließt, das in irgendeinem Gesetz zu machen, wie es für die Quäker, die Mennoniten usw. in der angelsächsischen Welt vorliegt. Aber wenn wir jetzt hier einfach das Gewissen einsetzen, werden wir im Ernstfall einen Massenverschleiß des Gewissens verfassungsmäßig festlegen. Denn mit diesem Wort allein ist das Problem nicht gedeckt. Was mir in der jetzigen Situation noch besonders ungeschickt erscheint, ist daß der Kriegsdienst mit der Waffe von den anderen abgetrennt wird. Mir scheint, wenn jemand mit einer Knarre irgendwo zur Bewachung von irgend einem Gegenstand steht, der zur Verteidigungszwecken herangeholt wird, ist das lange nicht so militärisch, als wenn jemand mit hohem Akkordlohn eine Bombe nach der anderen fabriziert, also keine Waffe trägt, aber kriegspolitisch viel schlimmere Dinge tut. [...]"
Aus dem Protokoll der Beratungen des Parlamentarischen Rates (Hauptausschuß, 43. Sitzung) vom 18.1.1949, bei der Diskussion des jetzigen Artikel 4 Abs. 3 GG

Zitiert nach: http://www.hochtaunus.net/spd/kronberg/tkdv.htm (Link nicht mehr aktiv.)

Theo Sommer (Mitglied der Wehrstrukturkommission):

"Die Bundeswehr ist nicht die Reichswehr. Sie steht ohne innere Vorbehalte zum heutigen Staat. Längst ist sie fest und verlässlich in die Lebenswirklichkeit der Gesellschaft und in die demokratische Ordnung unseres Gemeinwesens eingebettet. Die Gefahr dass sie zum 'Staat im Staate' wird, besteht nicht - und dies gilt völlig unabhängig von der Wehrform. Auch eine Freiwilligenarmee bliebe dem Primat der Politik und der Kontrolle des Parlaments unterworfen."

Theo Sommer: Jeder Bürger ist als Soldat geboren Zeitpunkte 4/2000, Seite 24

Ein Zitat von Hare, zur Leibeigenschaft:

"Fast jeder wird der Aussage zustimmen, das Sklavenhaltung unmoralisch ist; und ich kann das vielleicht mit mehr Nachdruck sagen als Andere, da ich in gewisser Weise selbst ein Sklave gewesen bin.[...]

Wir sollten uns über zwei .. Zustände im Klaren sein, die der Sklaverei nahekommen, aber nicht als Sklaverei bezeichnet werden. Der erste ist der obligatorische Wehrdienst beim Militär oder in der Marine und natürlich jede andere Form der Zwangsarbeit. ..."

im Originaltext:

"Nearly everybody would agree that slavery is wrong; and I can say this perhaps with greater feeling than most, having in a manner of speaking been a slave. [...]
We ought perhaps to notice two ... conditions which approximate to slavery but are not called slavery. The first is compulsory military or naval service and, indeed, other forced labour. ..."

R.M.Hare (1979) What is Wrong With Slavery?, Philosophy and Public Affairs, Vol. 8, No. 2, pp.103-122

Doug Bandow vom Cato Institut:

"Es ist wichtig niemals zu vergessen, daß das Militär ein Mittel zum Zweck, und kein Selbstzweck ist. Die Aufgabe der Streitkräfte Amerikas ist es, eine freiheitliche Gesellschaftsordnung zu verteidigen, die auf dem Grundsatz des Respektes für die Freiheit des Individuums und des Schutzes dieser Freiheit beruht. Die Erhaltung der Freiheit ist letztendlich der wichtigste Grund für die Ablehnung der Wehrpflicht.
Die Wehrpflicht währe kostspielig, vor allem für das Militär. Es ist jedoch von grundlegenderer Bedeutung, daß die Wehrpflicht mit der Pflicht der Regierung, die individuelle Freiheit aller Amerikaner zu verteidigen, unvereinbar wäre. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht würde zur Zerstörung gerade der Werte führen, die es angeblich zu schützen gilt."

Im Originaltext:

"It is important never to forget that the military is a means to an end-not an end in itself. The purpose of America?s armed forces is to defend a free society built on respect for and protection of individual liberty. Ultimately, the preservation of liberty is the most important reason to reject conscription.
A draft would be costly, especially to the military. More basic, however, conscription would be incompatible with the government?s duty to protect the individual liberty of the American people. A renewed draft would destroy the very values that it purports to save."

Doug Bandow (1999) Fixing What Ain't Broke, The Renewed Call for Conscription, Cato Policy Analysis, No. 351, August 31, The Cato Institute

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